21. Sonntag nach Trinitatis, 5. November 2017, Matthäus 10,34-39

Bekennen oder verleugnen: Vor diese Frage stellt euch der harte Predigttext am 21. Sonntag im Kirchenjahr.
Wer sich zu Jesus bekennt, zu dem wird er sich auch bekennen. Das steht vorher. Darum geht es: Bekennt Ihr euch zu Jesus? In der Familie, Nachbarschaft, vor den Kollegen und den Leuten, die ihr irgendwo trefft? Das erwartet Gott von euch.
Gott sei Dank: wir dürfen Jesus und seine Lehre überall bekennen.
Wir riskieren höchstens schiefe Blicke, Lächeln oder Kopfschütteln. In andern Ländern und zu andern Zeiten war das anders.
1522 wurden zwei Ordensbrüder Martin Luthers in Löwen verbrannt. Luther schrieb darüber sein erstes Gedicht. Ihm wäre das gleiche geschehen, wenn er sich aus dem Gebiet seines Fürsten gegangen wäre. „Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib“ im Lied „Ein feste Burg“ war ernst gemeint. Viele Nachfolger und auch Vertreter anderer Ansichten wie Wiedertäufer oder die aufständischen Bauern wurden verbrannt, erhängt oder erschlagen.
In diesem Jahrhundert sind in Afrika, Indien, Afghanistan, Syrien, Nordkorea ungezählte Christen ermordet worden. Für sie war Jesus bekennen lebensgefährlich.
Aber Jesus bringt das wahre Leben. Mit ihm macht das Leben Sinn und Spaß.
Wenn andern das nicht gefällt, ist das deren Sache.
Wenn sie uns deshalb anfeinden, müssen wir das hinnehmen.
Luther schrieb seinem Fürsten: Führe keinen Krieg gegen den Kaiser. Ein Christ soll lieber leiden, als Krieg führen. Leider folgte er nach dem Tode Luthers nicht und verlor den größten Teil seiner Herrschaft. Viele grausame Kriege folgten. Es ging dabei auch um den Glauben.
Heute ist Toleranz die Regel und Religions-und Meinungsfreiheit. Also sagt eure Meinung, bezeugt euren Glauben! Bekennt: Nur in Jesus finden wir wahren Frieden in der Seele und untereinander.
Fauler Friede hilft nicht. In der Familie nicht, und nicht in der Nachbarschaft, im Geschäft und auch nicht in der Politik.
Jesus lehrt: Wer für die Wahrheit, Gerechtigkeit und das Richtige und die Liebe eintritt, kann Feindschaft ernten. So ging es auch ihm.
Aber es kann und muss manchmal Streit geben.
In der Familie und auch in der Gemeinde: aber versucht, „das Böse mit Gutem zu überwinden“ wie der Wochenspruch sagt. Das gilt auch für die verschiedenen Konfessionen: sie sollten über Meinungsverschiedenheiten reden und bereit sein, sich zu ändern. Buße tun sagen wir dafür. So wie die Kirchen im Augenblick sind, sollten sie nicht bleiben. Darüber sollte auch gestritten werden dürfen.
Aber immer als Nachfolger Jesu. Immer mit dem Ziel der Versöhnung. Wie es Paulus in 2. Korinther 5, 20 sagt: Wir als Boschafter bitten: lasst euch versöhnen mit Gott!
Wenn ihr ihm folgt, seid ihr in guter Gesellschaft.
Er wird euch am Ende das ewige Leben geben, in das er aufgenommen wurde.
Das Leben in seiner Nachfolge lohnt in jedem Fall.
Jetzt schon in diesem Leben und auch nachher.

Wochenspruch: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!
Schriftlesungen: Epheser 6,10-17 Das Wort ist unsere Waffe.
Matthäus 5,38-48 Liebet eure Feinde!

Gebetet wird in dieser Woche für Papua-Neuguinea und die vielen von steigenden Fluten bedrohten Inseln im Pazifik wie Samoa, Marshallinseln, Tonga.

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