5. Sonntag nach Trinitatis, 16. Juli 2017, Johannes 1, 35-42

Eingeladen seid auch ihr: so könnt ihr den Predigttext vom 5. Sonntag nach Trinitatis aus Johannes 1, 35-42 verstehen.

1. Johannes der Täufer hat seine Zuhörer auf Jesus hingewiesen. Er hatte Jesus getauft. Er hörte die Stimme Gottes: Dies ist mein Sohn, der gefällt mir! Er spürte: Jesus hat den Geist Gottes! „Dies ist das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt“ hatte er seinen Zuhörern gesagt, als Jesus vorbeiging. Das ist der, von dem der Prophet Jesaja (53, 7 und 11!) gesprochen hatte. Das muß der Messias sein! Auf den alle warteten. Nicht ein politischer Führer. Einer der den Kopf und nicht nur den Kopf hinhält. Der Schuld auf sich nimmt und nicht anklagt oder verurteilt. Bei Matthias Grünewald (vor 500 Jahren) deutet Johannes mit überlangem Zeigefinger auf den Gekreuzigten: Das ist Gottes Lamm!

Anders als die Lämmer, die im Tempel geschlachtet wurden. Die als Opfer und Zeichen der Reue Gott gnädig stimmen sollten. (Und dann verzehrt wurden!). Wie wir deshalb beim Abendmahl singen: Christe du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt! (Singt es jetzt!)

2. Andreas muss das weiter sagen. Sagt auch ihr weiter, dass ihr den „Christus“ gefunden habt. Das heißt Messias auf griechisch. Ihr könnt es in eurer Sprache sagen: mein Chef, mein Arzt, meine Hoffnung, mein Befreier…Sagt, dass er euch von Schuld und Schuldgefühlen befreit hat. Er starb auch für euch – als „Opferlamm“. So ist das Lamm ein Bild für Jesus.

3. Andreas hat gern eingeladen: Er brachte Ausländer (Griechen) zu Jesus (Kapitel 12,22!). Half bei der Speisung der 5000 (6,18). Er soll das Evangelium nach Südeuropa gebracht haben. Er gilt als der Heilige auch von Russland und Schottland. Zeichen ist das Andreaskreuz, das wie ein x aussieht, und an den Eisenbahnübergängen steht. Nehmt es in Zukunft als Erinnerung an den, der für uns starb! Und ladet auch ein.

4. Jesus selbst lädt den Petrus ein. Er beauftragt ihn mit der Leitung der Gemeinde: „Weide meine Lämmer“ (Johannes 21,17). Auch eine christliche Gemeinde braucht Leiter/Leiterinnen. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Das heißt auch Schuld übernehmen. „Papstamt“ nennt das die römisch-katholische Kirche. Der derzeitige Papst versucht das in seinen Briefen, Reden, Besuchen – auch in den Brennpunkten von Not und Elend – und in den Gesprächen mit allen Verantwortlichen in Regierungen, Kirchen und Religionen. Friede, Evangelisation, Bewahrung der Schöpfung, Liebe, Ausbeutung der Armen sind seine Themen. Gegen so einen Papst hätte Luther nichts gehabt. Melanchthon schrieb einmal, dass man gegen eine Führung durch einen Papst nichts sagen muss, wenn er das Evangelium verkündigt. Damit könnten die Christen in der Welt gemeinsam und überzeugend für Frieden und Gerechtigkeit auftreten. Und zeigen, dass sie in Christus eins sind. Das wäre einladend!

Nicht nur Andreas und Petrus sind als Einladende berufen: Auch ihr!

Heute auch mit Telefon und Internet, nicht nur auf der Straße.

Von den Gnadengaben Gottes muss man doch weiter erzählen!

Wochenspruch: Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Epheser 2,8)

Lesungen: Lukas 5,1ff: Petrus wird Menschenfischer 1. Kor 1, 18-25: Das Kreuz ist unser Zeichen!

Wir beten für die Menschen inCosta Rica, El Salvador, Nicaragua, Panama!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.