18 Gedanken zu „Gibt es heute noch echte Propheten? (m, 11 J)

  1. Ja, es gibt noch echte Propheten. Aber es gibt kein Patentrezept, an dem man sie ganz einfach erkennen kann. Wenn jemand mit Wundern als Bestätigung käme, hätte ich die größten Zweifel, dass es ein echter Prophet ist.
    Wirkliche Propheten sagen nicht die Zukunft voraus.
    Wirkliche Propheten sagen, was in der Gegenwart schief läuft und wie in der Gegenwart Gottes Wille ist. Und manchmal läuft es in der Gegenwart so schief, dass „man kein Prophet sein muss“, um zu erkennen, welche Folgen es haben wird, wenn man sich weiter so verkehrt benimmt.
    Wirkliche Propheten sind meist unbequem.
    Und ob man ihnen zu Recht vertraut hat oder ob sie einen betrogen haben, weiß man meistens erst hinterher.
    Ich glaube, das ist eine sehr unbefriedigende Antwort. Aber es ist die beste, die ich geben kann.

    • Sehe ich ebenfalls so, denn meiner Meinung nach sagen echte Prophenten nicht die Zukunft vorraus, sondern nennen beim Namen, was schlecht läuft und wohin das Gegenwärtige führen wird. Somit denke ich, dass der Begriff „Prophet“ ein veraltetes Wort ist und dadurch ergibt sich keine konkrete Anwort

      • Es gibt sie doch und sie sagen auch die Zukunft voraus was auf uns zu kommt aber kaum jemand nimmt sie an heute Gott tut nichts ohne es seine Knechte den Propheten zu offenbaren.

        • Ja es gibt wahre Propheten und sie sagen auch heute was in Zukunft geschehen wird aber sie werden nicht angenommen sie haben es heute sehr sehr schwer mit diese Gabe es ist eine wundervolle gabe die tragen sehr große seelische Lasten fast niemand nimmt sie an wer sie aufnimmt wird reich gesegnet von Gott.

  2. Was ist denn das eigentlich, ein Prophet? Doch einer, der „von Gott her“ spricht (oder handelt!) Eine(r) die/ der es gelernt hat, mal ganz still zu sein und ganz genau zuzuhören, wenn Gott spricht.

    Gott spricht: in unserem Gewissen, durch äußere Umstände, durch die Bibel, durch Mitmenschen, durch Gottes heiligen Geist. Im Johannesevangelium steht eine Zusage, ein Versprechen: Meine Schafe hören meine Stimme. Als Christen sind wir alle befähigt, Gott zu „hören“.

    Aber was machen wir nun damit? Einer, deren unserer Zeit auf Gott gehört hat und dann geredet und gehandelt hat, ist Desmond Tutu. Ihn würde ich als einen „Propheten in unserer Zeit“ bezeichnen. Er hat dazu beigetragen, dass ein ungerechtes politisches System ohne viel Blutvergießen überwunden würde. Ich danke Gott für Menschen wie unseren früheren Erzbischof Tutu.

  3. Hier die Antworten und Diskussionsbeiträge, die auf Facebook dazu gepostet wurden. Um alles lesen zu können, bitte auf den kleinen, blauen Link mit dem Datum unten links klicken:

    Hat jemand von Euch grad ein bisschen Zeit und Geduld, um die Frage eines 11jährigen Jungen zum Thema "Propheten heute"…

    Posted by Marion Roth Ekiba on Dienstag, 25. August 2015

  4. Prophetie bedeutet laut Duden Weissagung. Prophet wird als Weissager, Seher oder auch Mahner definiert. Laut meinem Fremdwörterbuch ist ein Prophet ein Seher, Verkünder der Zukunft, Weissager und Prophetie die Gabe oder die Weissagung eines Propheten.

    Dass ein Prophet die Zukunft voraussagt, über das wissenschaftlich direkt erkennbare hinaus, passiert nur durch Zufall. Wenn 1000 Leute unterschiedliche Aussagen über die Zukunft machen, wird schon hin und wieder etwas davon zutreffen. Wenn man hinterher nur die Schriften derer behält, die einen solchen Zufallstreffer gelandet haben, und alle anderen in der Versenkung verschwinden lässt, sieht es so aus, als ob es echte Prophetie gäbe.

    Ein anderes Rezept, damit eine Prophezeiung eintreffen kann, ist, sie ungenau zu formulieren, ohne genaue Zeitangabe und mit breitem Interpretationsspielraum. Die Anhänger eines solchen Propheten brauchen dann nur zu warten, bis irgendetwas in der Art der Weissagung passiert, und können dann behaupten, genau das sei gemeint gewesen.

    Übernatürliche Prophezeiungen gibt es nicht und hat es nie gegeben. Die Zukunft ist offen und war es immer.

    • Das Problem ist: Die Bibel sieht das etwas anders als der Duden.
      Da geht es vor allem darum, dass Gottes Wille _in der Gegenwart_ verkündet wird.
      Biblisch gesehen sind Propheten als keine „Vorher-Sager“, sondern „Hervor-Sager“.
      In vielen Fällen erkennt man sie gerade nicht daran, dass eintrifft, was sie prophezeien, sondern dass – weil die Menschen sich drauf einlassen und sich ändern – gerade das nicht eintritt, was sie befürchtet haben.
      Jona beispielsweise ist deswegen ziemlich sauer. (Es lohnt sich, die schöne Geschichte mal nachzulesen.)
      Und oftmals geht es auch nicht um übernatürliche Wahrnehmungen, sondern um sorgfältiges Hinsehen auf die Zusammenhänge in der Gegenwart. Wenn wir etwa mit unseren amerikanischen, europäischen oder russischen Riesentrawlern die Küstenregionen Afrikas leerfischen, den Fischern damit den Beruf zerstören, sie und die übrige Küstenregion damit in den Hunger treiben, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie hier von unserem Wohlstand mit ihren Fischen etwas abhaben wollen und sich auf den Weg machen. „Da muss man kein Prophet sein“, um das anzukündigen. Und trotzdem braucht es Propheten, die mahnend ihre Stimme erheben, damit wir mit unserer Wirtschaft begreifen, dass wir nicht rücksichtslos wirtschaften dürfen und endlich umsteuern. Nicht nur, was den Fischfang in Afrika betrifft.

      • Ich habe einmal Richard Rohr sagen hören: „Die Menschen glauben immer, dass Propheten die Zukunft vorhersagen. Das stimmt nicht. In Wahrheit sagen sie die Zukunft hervor!“
        Danke für die Bestätigung!
        Tatsächlich brauchen wir positive Hervorsager wie einen Bissen Brot in einer Zeit, in der Politik und Wirtschaft, teilweise auch die Medien, geradezu eine dunkle Olymiade im „Hervorsagungen“ von gesellschaftlicher Spaltung und individueller Vereinsamung begonnen haben.

  5. Einspruch, Euer Ehren! Die Bibel kennt, neben der Hauptrolle von Propheten als Mahner und Verkünder von Gottes Wort, auch die Rolle als Vorhersager, und zwar in sehr prominenten Zusammenhängen:

    „Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« (Mt 2, 5-6)
    Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1):

    Für den Kindermord des Herodes nimmt Matthäus Bezug auf eine Prophezeiung Jeremias, für die Flucht nach Ägypten auf eine des Hosea, und für den Einzug nach Jerusalem auf eine des Sacharja („reitet auf einem Esel, dem Füllen einer Eselin“).

    Das zieht sich durch bis z. B. zu der Episode mit den 30 Silberlingen. „Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: »Sie haben die dreißig Silberlinge genommen, den Preis für den Verkauften, der geschätzt wurde bei den Israeliten, und sie haben das Geld für den Töpferacker gegeben, wie mir der Herr befohlen hat« (Jeremia 32,9; Sacharja 11,12-13).“ (Mt 27, 9-10).

    Die Duden-Definition ist also durchaus kompatibel mit dem, was in der Bibel steht.

    • Wer sich ein wenig genauer mit der Bibel auskennt, der weiß, in welchen Interpretationszusammenhängen gedacht wird.
      So ist das auch in den genannten Beispielen.

      Für eine „echte Prophetie im Sinne des Duden“ hätten m.E. die Vorhersagen ein wenig genauer sein müssen.

      Die Bibel ist voll von solchen gegenseitige Bezügen. Ich würde fast sagen: Es sind unzählige. Es ist gut, sie zu kennen, und in unserem Christsein werden wir selber immer wieder solche Bezüge herstellen.
      Aber wir tun uns selbst keinen Gefallen, wenn wir sie als Belege erfolgreicher Vorhersagen verbuchen und als Belege unseres Glaubens missbrauchen.
      Glaube kann nicht bewiesen werden.
      Glaube ist ein Geschenk, das wir nicht selber bewirken können.
      Ein Verständnis von Prophetie, dass diese Grundsätze aushebelt, gefährdet unseren Glauben.
      Darüber sollte man zumindest nachdenken.

      Ansonsten kommt man übrigens im Vergleich mit anderen Religionen ordentlich in die Zwickmühle. Denn die haben manchmal wesentlich drastische Vorhersagen. Und dann kommen wir Diskussionen, welche davon „echt“ sind und welche nicht, und nach welchen Kriterien. Ehrlich: Das führt zu nichts.

  6. Wahrlich ich sage Euch: Wer mit solchem Hickhack 11-jährige Jungen verwirrt, soll weder ein Prophet noch ein Lehrer genannt werden. Und wenn sie 100mal recht haben und wohlgesetzte Worte finden, wäre es doch besser, sich mit Schriftgelehrten und Theologieprofessoren auszutoben.

  7. Lieber Gerd Pfahl, was sagen _Sie_ denn diesem 11-jährigen Jungen, ob es Propheten gibt, und wenn ja, ob man sie an tollen Wundern erkennen kann?
    Und zwar so, dass damit nicht Erwartungen geweckt werden, die von der biblischen Botschaft nicht gedeckt sind…

    (1. Wie oft habe ich es erlebt, dass sich Menschen vom Glauben abgewendet haben, weil man ihnen als Kind sonstwas erzählt hat. Und sie haben sich drauf verlassen und fühlten sich später zu Recht betrogen. Aber sie lasten es meist nicht denen an, die es ihnen erzählt haben, sondern sie geben einfach den Glauben auf.
    2. Wie oft habe ich es erlebt, dass angeblich etwas „eindeutig“ in der Bibel steht. Und bei genauerem Hinsehen und Vergleichen stand etwas ganz anderes in der Bibel. So auch bei der Frage, was genau Propheten sind…)

    Ich bin wirklich gespannt auf Ihre Antwort…

  8. Diese Frage ist mir selber auch wichtig.
    Wir haben zuletzt diskutiert ob Edward Snowden soetwas wie ein moderner Prophet sei. Ich sage ja. Tschau

  9. Propheten sehen Zusammenhänge, ihnen wird aber auch etwas offenbart, wovon sie nichts wissen konnten. Jona war sauer, das ist richtig. Aber Ninive ging dennoch unter, nur hundert Jahre später. Er hat sich „nur“ in der Zeit geirrt. Die Buße der Einwohner hat es bewirkt, Gott hatte sie nicht zerstören wollen, er wartete nur auf ein Einsehen der Einwohner.
    Die Zukunft ist offen und war es immer? Leute, wo habt Ihr das denn gehört? Sie ist an sich offen, aber nur dann, wenn das Gehirn eingeschaltet wird und man kritisch zu sich selbst ist. Wenn Ihr morgen zur Arbeit müsst, nehmt Ihr nicht den Weg, den Ihr immer nehmt? Wann tut Ihr etwas nicht aus Gewohnheit? Ich würde sagen, 98% der Zukunft sind nicht offen. Diese Zahl könnte niedriger sein, aber wer hinterfragt schon wirklich? Der Katholik, hinterfragt er das Papsttum? Der Protestant, hinterfragt er die Frauenordination? Alles hat seine Zeit und der es überblickt, der sind nicht wir. Prophetie gibt es. Sie ist nicht übernatürlich, sie ist ungewöhnlich. Nicht erst seit Einstein ist die Zeit relativ, alles ist wie ein Puzzle, das sich zu einem Ganzen zusammenfügt. Es gibt aber jemanden, der mit Macht und Milde alle Dinge ordnet und leitet. Das lässt er die Menschen manchmal erkennen. Wir können unseren Vers dazu beitragen und wir tun Gutes, wenn wir es tun. Tun wir es aber nicht, kann er sich seine Werkzeuge auch woanders herholen. So offen ist die Zukunft. Aber am Ende geschieht sein Wille, mit oder ohne uns. Die Freiheit des Christen.
    Propheten tun keine Wunder. Sie tun, was man ihnen aufgetragen hat. In der Bibel steht, wie man sie unterscheidet. Sie nehmen auch nie Geld für Ihre Aussagen. Der Prophet Daniel hat eine Menge vorausgesehen, was auch eingetreten ist. Habt ihr nie selbst erlebt, dass man jemanden warnte, was dann auch eintrat? Das ist, weil man es durchschaut hat. Nun stellt Euch vor, man vertraut der Bibel und warnt so, auch wenn man die Zusammenhänge nicht begreift. Dann geschah das im Gottvertrauen. Und nun in einer noch höheren Stufe sieht man was oder träumt etwas, hat ein Gefühl, dass die Info göttlicher Natur ist und vertraut darauf, erst für sich selbst. Später merkt man, dass es wahr ist… So wird es Daniel gegangen sein. Er war kein Phantast. Lest die Bibel.

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