Was versteht man unter „Entrückung“? (m, 70J)

In der Bibel heißt es „Unser Heil kommt bei der Entrückung der Getreuen“ (Offenbarung, Kapitel 12).
Ein Bekannter, der des Lateinischen und Griechischen mächtig ist, sagte mir, dass der lateinische „et filius raptus est ad deum“ und der griechische Text „kai to teknon härpasthä pros ton theon“ heiße. Luther habe dies übersetzt: „und ihr Kind ward entrückt zu Gott“. Wörtlich müsse es aber übersetzt werden mit „und der Sohn wurde geraubt zu Gott hin“. Die Kirche habe sich aber in den vergangenen zwei Jahrtausenden geschämt, so die Meinung meines Bekannten, das mit „rauben“ zu übersetzen, denn das sei ja gewalttätig und stehe einem milden Gotte nicht gut an! Deshalb sei man wohl auf die Idee gekommen, ein milderes Wort zu wählen, das einem guten Gotte eher gezieme. Die Idee dahinter war wohl, dass die Geburt des Retters in Gegenwart sowohl der Erzengel als auch des großen Drachens (Satan) stattfindet und dass damit die Gefahr verbunden sei, dass der Satan das Kind aufisst.
Ein befreundeter Pfarrer meinte hingegen, dass es sich hier um einen Begriff aus dem Prämillenarismus handele, einer christlich eschatologischen Lehre, die von einer zukünftigen tausendjährigen Herrschaft Christi auf Erden ausgehe.
Mir ist das Wort „entrückt“ aus einem ganz anderen Zusammenhang bekannt. Die Gibichungen singen in der Götterdämmerung, auf die zu Boden gestürzte Brünnhilde deutend: „Was ist ihr? Ist sie entrückt?“ Kurz darauf sagt Siegfried zu dem Gibichung Gunther, dem Gatten Brünnhildes, „Gunther, deinem Weib ist übel!“
Ist diese kurze Passage aus der Götterdämmerung vielleicht hilfreich, das Wort „Entrückung“ besser zu verstehen?